zwischen zwei kaukasüssen – von der gastfreundschaft und der trinkfestigkeit der georgier

hohe berge, tiefe täler und saftig-grüne wälder, derbe herzlichkeit und deftiges essen, frisch gezapftes bier an den entlegensten orten – bin ich im himmel?

nein, ich bin in georgien! nachdem ich im strömenden regen die grenze passiert hatte, verbrachte ich ein paar tage in batumi, weil ich dort einige dinge zu erledigen hatte. vor allem musste ich mein rad reparieren lassen und war deshalb sehr froh ohne lange suche einen engagierten monteur gefunden zu haben. der führungskonus meiner hinteren achse war beschädigt. bestellungen seien derzeit nicht möglich und für so antike teile sowieso aussichtslos. doch glücklicherweise fand o.g. monteur doch noch tatsächlich das benötigte teil in seiner wühlkiste. ich brauche mir keine sorgen zu machen, denn deutsche technik (meine nabe) plus ukrainische handwerkskunst (sein können) sei einfach die traumkombo schlechthin.

batumi machte auf mich den eindruck, als hätte es sich eine dicke linie pepp vom gesprungenen smartphonedisplay gezogen und das schlangenleder-sakko über den dreckigen feinripp geschmissen, um jetzt voll durchzustarten. eine total witzige mischung aus alten, grauen neunziger-bauten und super grellen wolkenkratzern, die offenbar einen charm von las vegas versprühen sollen. das disneyland für große ist besonders bei türken sehr beliebt. aber natürlich sind auch viele russen und touristen aus anderen ländern zu besuch, um sich tagsüber an den strand zu knallen und abends im casino zu vergnügen.

ich blieb nicht länger als nötig und verließ die stadt richtung osten. der südliche kaukasus schien mir verlockender als das flachland im norden. es gibt nur eine straße, die nach achalziche führt. von dort aus kann man dann weiter nach tiflis oder richtung süden nach armenien. mein weg führte mich durch berge in allen grüntönen. überall plätscherte und dampfte es, weil es jede nacht regnete aber tagsüber sommerlich warm wurde. ich fuhr an hübschen holzhäusern mit großen gärten vorbei. hauptsächlich wurde mais und tabak angebaut. schon bald hörte die komfortable asphaltstraße auf und es ging auf schotterwegen weiter. allerdings waren die arbeiten zum vollständigen ausbau im gange – unterwegs kam ich immer wieder an kolonnen unter chinesischer führung vorbei, die gabione befüllten, brückenköpfe schalten oder bäume fällten.

bei schuachewi (შუახევი, nur um mal die extraterrestrische schrift zu zeigen) bog ich nach rechts ab, um noch ein bisschen tiefer in die berge zu fahren. ich folgte dem uiusu flussaufwärts, fuhr durch romantisch gelegene dörfer und wurde unerwartet, doch hoechst erfreut zum bier eingeladen. beim näherkommen dachte ich, es hätten sich nur ein paar leute an den bänken unter den bäumen nahe fluss eingefunden, doch beim näherkommen sah ich das aus einer kleinen hütte unweit frisch gezapftes bier kredenzt wurde. ich wurde gleich rangewunken und freudig begrüßt. es gab auch einen in der runde, der englisch konnte und tapfer übersetzte. es waren die männer des dorfes und des nachbardorfes, die für einen kleinen umtrunk zusammen gekommen waren. mir wurden die gewohnten fragen gestellt und schneller nachgeschenkt, als ich ‚halt, ich hab genug!‘ lallen konnte. nach einigen bieren schaffte ich dann doch den absprung und fand glücklicherweise unweit eine wiese, wo ich mich zur ruhe betten konnte.

als ich dann das flusstal verließ, um über den chirukhi ins andere tal zu gelangen, wurde der weg teilweise so steil und unwegsam, dass ich schieben musste. nahe des gipfels passierte ich noch ein dorf aus blockhütten mit rauchenden schornsteinen, dann wurde der nebel so dicht, dass ich nur noch 2 – 3 meter weit schauen konnte, nur das heulen von kettensägen war in der ferne zu hören. ich verließ mich ganz auf meine kartenapp und folgte stoisch dem pfad über den bergrücken. hin und wieder riss der nebel auf und gab den blick frei ins tal, das in der abendsonne leuchtete. plötzlich stand ich in einem dorf aus rustikalen berghütten. ich hielt, um ein paar fotos zu machen und war bald von einer schar kinder umringt. die erwachsen kamen langsam auch dazu und nach ungelenken kommunikationsversuchen (keine gegenseitige sprachkenntnis, kein internet) verstand ich schließlich, dass sie mir bedeuteten, bei ihnen über nacht zu bleiben.

ich nahm dankbar an, mein rad wurde unter einem vordach geparkt und ich wurde treppauf auf eine art laubengang geführt. die häuser waren alle über den ställen errichtet. das hat unter anderem den vorteil, das die wärme der tiere im winter ein wenig an die darüberliegende räume abgegeben wird. oben gab es zwei stuben im blockbauweise, eine beheizt. eine tür führte hinter diese stube in eine unbeheizte speisekammer. die andere stube war etwas kleiner. dadurch ergab sich ein bereich im freien unterm dach, wo man kuschelig beisammen sitzen konnte und beispielsweise chacha trinken:) es tropfte ein wenig vom dach, aber man hatte clevererweise einen eimer darunter gestellt. ein ofen bollerte gemütlich in der mitte des raumes und diente zugleich als kochstelle. so etwas dekadentes wie fenster gab es nicht. nur zwei kleine löcher in der wand, vor die notdürftig eine glasscheiben genagelt war. die schalungsbretter an der giebelseite waren nicht auf länge geschnitten (wozu auch?). an der traufseite des hauses gab es wie gesagt einen laubengang mit dem einzigen waschbecken des hauses. der laubengang ging an der dem dorf abgewandten giebelseite um die ecke, war mit einer tür versehen und im boden war ein loch ausgeschnitten – zack fertig ist der abort!

ich wurde also hoch geführt und gebeten an der kleinen sitzecke platz zu nehmen. wir unterhielten uns im rahmen unserer möglichkeiten und es wurde kaffee, salzstangen und russischer konfekt kredenzt. ich erfuhr u.a., dass sie auch im winter da oben lebten. geschmissen wurde der ganze laden, wie so oft, von der großmutter. sie kochte und servierte das essen, putzte und wusch ab. ich aß mit den söhnen unter den neugierigen blicken anderer dorfbewohner, die vorbeigekommen waren, um den fremden zu sehen. kaese, brot, marmelade, butter, tomaten, eier, alles war aus eigener herstellung, so wie auch der schnaps (‚chacha‘), der anschließend ausgeschenkt wird. vor jeder runde hielt der hausherr (der sog. tamada) einen langen tost oder bestimmte einen der runde, der einen halten soll. der erste geht immer auf den lieben gott und einer geht auf alle fälle auch auf die verschiedenen. diese sitte war mir noch von meinem urlaub vor ein paar jahren bekannt. als es draußen zu kalt wurde, zogen wir in die stube. es wurde der viel zu starke georgische tabak geraucht, der ein wenig nach zigarillos riecht und chacha getrunken. dann wurde noch ein wenig zu lokaler zeitgenössiger musik getanzt (‚diskoteka!‘) und anschließend noch eine kleine vorführung des traditionellen tanzes gegeben. am nächsten morgen als der hahn lautstark rumkrakelte, war die oma schon im stall, um die kühe zu melken und die eier zu sammeln. als mir auf dem ofen der kaffee zubereiten wurde, sah ich, dass sie sogar brote frisch gebacken hatte. ansonsten gab es das gleiche wie am abend zuvor. allerdings wurden zusätzlich noch eine art krapfen frittiert aus einem teig, der auch käse enthielt. total überfressen und mal wieder mit einem großen glas marmelade im gepäck rollte ich nach einem bewegenden abschied bergab.

ich fuhr über einen holprigen feldweg durch eine paradiesische landschaft: durch den dichten wald stromerten glückliche kühe und lautes vogelzwischern war allerorten zu vernehmen. später tauchten sehr schöne holzhäuser auf, stattlicher und ordentlicher als die in den bergen, sogar mit richtigen fenstern, davor omis, die auf ihre gärten schauen, die vor fruchtbarkeit zu explodieren scheinen.

auch wenn die griechen das sicher gern von sich behaupten würden, so kann ich wohl mit fug und recht behaupten, dass der kulturelle unterschied der türkei zu den anrainerstaaten bei georgien am größten ist. dort geziemte es sich selbst für männer stets nur lange hosen zu tragen, man war stets wohparfümiert, baklava war in kunstvoll dekorierten läden fast überall zu finden, alkohol allerdings nur in sexshopartigen läden oder hinterzimmern von minimarkets. hier wird die plautze ungeniert, ja mit einem gewissen stolz in die sonne gehalten und die kultivierung von alkohol hat ein ganz eigenes level erreicht. so gibt es spezielle geschäfte, wo man sich bier frisch in praktische ein- oder zweiliterflaschen zapfen lassen kann. passend dazu kann man vor ort chips, nüsse und zigaretten, vor allem aber getrockneten oder eingelegten fisch erwerben. brot wird hier in den gleichen runden öfen wie schon im irak gesehen gebacken. allerdings ist es hier fluffiger und daher für meinen geschmack besser. mein persönliches kulinarisches highlight ist khatshapuri – ein mit käse gefüllter frittierter fladen. domino scheint hier den gleichen stellenwert zu haben wie tafli (backgammon) in der arabischen welt. oft gibt es einen speziellen tisch mit einer punktestandzählvorrichtung (ich bin mir nicht sicher, aber ich glaub, es ist einfach ein alter rechenschieber) fest installiert im dorf als öffentliche institution. egal ob in der mittagspause oder nach der arbeit: es wird leidenschaftlich gezockt. dabei ist offenbar wichtig, dass man die steine mit möglichst viel kraft auf den tisch kracht. auch wenn die flagge (gleich fünf kreuze) kein zweifel daran lässt, dass georgien ein christlich geprägtes land ist, bin ich besonders im südkaukasus durch einige muslimische dörfer gefahren. in tiflis kann man außerdem synagogen, einen yesidischen und sogar einen zoroastrischen tempel finden. viele ethnien und religionen haben in diesem kleinen land platz gefunden und mancherorts soll auch noch paganismus betrieben werden. wie gut das zusammenleben jedoch tatsächlich funktioniert, vermag ich nicht zu beurteilen, ist es auf der anderen seite doch erzkonservativ, hat die (orthoxe) kirche einen enorm starken politischen einfluss und wird homosexualität beispielsweise als krank und aus dem ausland eingeschleppt betrachtet.

auf dem weg nach tiflis machte ich halt im bojormi nationalpark, um ein wenig zu wandern. dort traf ich eine deutsche familie, die mit einem umgebauten feuerwehr-lkw unterwegs ist, eigentlich auch richtung iran. wir tauschten erfahrungen aus und sie gaben mir den tipp, statt im tiefland die schnellstraße über gori nach tiflis zu fahren, die romantische alte bahn zu besteigen, die bis nach bakuriani hoch fährt, um von dort aus dann über die tabatskuri-hochebene richtung tiflis zu fahren. wie es sich herausstellte, war die linie eingestellt worden, also fuhr ich einfach alles mit dem rad. der weg rauf, sowie die ebene selbst mit einem total entlegenen dorf an einem see oben war in der tat sehr schön, allerdings musste ich bei der abfahrt auf der östlichen seite recht arg fluchen ob der schlechten beschaffenheit des weges, die es mir nur erlaubte, höchstens im schritttempo zu fahren. auf der anschließenden fahrt durch die dörfer wurde ich wieder mal eingeladen von ein paar gut gelaunten herren, die vor einer kleinen kirche tafelte (es war sonntag). es gab khatshapuri, fermentiertes gemüse, hähnchen, ziegenfleisch, salat und vodka aus saftgläsern. wie es sich im folgenden rausstellte, waren sie alle griechen, ja das ganze dorf und auch das nachbardorf war eine griechische community. ich war sehr beschämt, als ich feststellte, dass ich inzwischen außerstande war vernünftige sätze in griechisch zu bilden und mir stattdessen nur ein paar brocken türkisch, kurdisch und russisch in den sinn kamen.

tbilisi gefiel und gefällt mir noch sehr gut. ich glaube, es ist die große diversität der stadt, auch der menschen. es gibt (ehemals) prachtvolle gründerzeitbauten, die jetzt grau sind von denen der putz bröckelt, manche sind jedoch auch schick wieder renoviert. es gibt ältere viertel mit kleinen häusern und verschachtelten innenhöfen, alle mit den hübschen hölzernen erkern, balkonen oder laubengängen. besonders der älteste teil der stadt, das jüdische viertel ist sehr hübsch. aber es gibt auch sehr moderne architektur von brücken, gebäuden und parks, die eine gewisse spannung erzeugen, aber nicht völlig unpassend sind. vielleicht deute ich da zu viel herein, aber mir scheint das ein weiteres sehr plastisches zeichen, das dieses land in manchen dingen einige entwicklungsschritte übersprungen hat und jetzt zugleich etwas rückständig, aber auch modern ist, gleichzeitig sehr konservativ, aber auch progressiv. es gibt fancy shoppingmeilen und ausgehviertel. es gibt shishabars und restaurants, für die mit halal speisen geworben wird neben anrüchigen massagesalons und spirituosengeschäften. es gibt kleine süße cafes, und restaurants, große auf deutsch gemimte biersalons und natürlich unzählige weinhandlungen und -keller. die vielen unterführungen sind vollgestopft mit ständen und somit zu basaren umgewidmet. es gibt einen riesigen goldmarkt im hauptbahnhof, einen alten traditionellen blumenmarkt, einen riesigen flohmarkt und einen süßigkeitenmarkt, wo man diese würste kaufen kann, die eigentlich von fruchtpapier umwickelte nüsse sind. es gibt große viertel außerhalb mit vielen grauen, sozialistischen hochhäusern. aber es gibt viel streetart, clubs und (zumindest scheint es so) jede menge potenzial etwas unkonventionelles zu starten. es gibt kunst in fußgängerunterführungen und so viel mehr… (z.b. das furchtbar kuriose, aber auch sehr authentische museum über die geheime druckerwerkstatt des jungen stalin, führung von echtem kommunisten mit echter vodkafahne) im süden kann man auf einen direkt an die stadt angrenzenden berg steigen, ist augenblicklich in der natur und kann auf die stadt schauen. im norden gibt es einen großen stausee zur wasserversorgung der stadt. leider gehört der großteil der stadt den autos, so durchziehen sie dicke hauptschlagadern aus vier- und sogar sechsspurigen straßen. als radfahrer hat man es daher schwer, nicht nur sich zurecht zu finden und durchsetzen, sondern auch weil man ständig einem dicken smog ausgesetzt ist.

der kraftstoff in georgien ist minderwertiger und kaum eines der fahrzeuge hat funktionierende filtersysteme. die meisten autos wurden als unfallfahrzeuge importiert und erleben hier nochmal ein revival. als ich mich wunderte, dass hier so viele rechtsgesteuerte autos unterwegs sind, wurde mir erklärt, dass japan die etwas aus der mode gekommenen fahrzeuge hierher exportiert. ich habe auch erfahren, das ein führerschein umgerechnet fünf euro kostet und die prüfung auf einem festgelegten parkour abseits des realen verkehrs abgelegt wird. die wichtigste regel, die man bei der fahrpraxis später wahrscheinlich erlernt, ist, dass man auf jeden fall drängeln sollte, egal ob man andere in gefahr bringt oder dadurch eine vierspurige kreuzung blockiert. 

ich hatte mich als workawayer bei einer familie in telawi angemeldet. ich fuhr von tbilisi aus richtung norden, um die tage vor arbeitsbeginn noch ein paar kleine abstecher in den nördlichen kaukasus zu machen. als ich in der nähe des sioni-sees in ein wäldchen fuhr, um eine ruhige stelle zum campen zu finden, hörte ich zu meiner verwunderung ausgelassene rufe einer feiernde meute. und tatsächlich fand ich auch kurz darauf mitten im wald die gesellschaft, wie sie munter an einer tafel saß. als sie mich erblickten, wurde ich sofort ran gewunken und zum essen und trinken aufgefordert. die kommunikation fand auch wieder mit technischer unterstützung statt, wobei allerdings schnell klar wurde, dass dem algorithmus eindeutig daten fehlen, um vernünftige sätze zu bilden. oder die georgische sprache ist tatsächlich so speziell, dass sie unübersetzbar ist. jedenfalls versuchte ich die ausgaben zu sichern, um gegebenenfalls einen gedichtband damit zu füllen. doch wir verstanden uns auch so. was ich verstand, war, dass sie vor nicht allzu langer zeit eine kirche dort im wald wiederentdeckten. sie hatten sie vom bewuchs befreit und ein notdach darüber errichtet, weil das dach eingestürzt war. nun hofften sie auf einen geldgeber, der ihnen ermöglicht die kirche, auf die sie so stolz sind, wieder aufzubauen. im moment ging es aber darum die kirche inbrünstig zu feiern mit literweise wein und chacha, mit tanz auf dem boden und auch auf den bänken. irgendwann bettete sich ein jeder in ein auto oder auf den waldboden. am nächsten morgen gingen wir alle nochmal gemeinsam zum see und dann gabs eine deftige rindfleischsuppe mit petersilie frisch vom feuer und natürlich randvolle gläser mit chacha.

mein plan war, die paar tage noch zu nutzen, um auf dem richtung telavi ein paar der sackgassen hochzufahren, die in die nationalparks des nördlichen kaukasus führen. als ich in der nähe von akhmeta schon bettfertig in meiner hängematte lag, kam ein großer, stämmiger mann des weges, mit solider schlagseite schaute mich ungläubig an, dann mein fahrrad, dann wieder mich und sprach mich auf russisch an. ich verstand zumindest so viel, dass er mich zu sich einlud. noch im eindrucke der schönen erlebnisse der vorangegangen nacht hielt ich es für eine gute idee, die ein ähnliches plaisir versprach. als wir jedoch im dorf ankamen, dämmerte mir bei der reaktion der anderen dorfbewohner, das mein gastgeber der örtliche trunkenbold ist. unfähig mich jetzt noch aus der situation zu mogeln, gab ich mich also meinem schicksal hin. als wir bei seinem haus ankamen, herrschte dort die furchtbar unangenehme, spannungsvolle stimmung; der alkoholismus des vaters als elefant im raum. wir tafelten und tranken zu zweit (natürlich bedient von seiner frau), er spielte mir auf seinem telefon die wilden tänze der nordkaukasier vor und erzählte mir von alania, von denen er abzustammen glaubte. beim frühstück um halb sieben ging der übergang vom bier zum wein recht fließend, doch ich enthielt mich bald schon mit dem verweis auf meine und der sicherheit anderer verkehrsteilnehmer. nach und nach trudelten noch andere anverwandte ein, die nicht minder durstig waren. irgendwann waren hausherr und -herrin einfach verschwunden und ich ergriff die gelegenheit, um mich aus dieser äußerst unangenehmen situation zu stehlen.

ich fuhr anschließend in den batsara-nationalpark, erkundete dort verschiedene täler und fuhr hoch bis zum wasserfall. dort lebt sehr romantisch, aber auch äußerst einsam der schleusenwärter in einem kleinen haus mit großem garten. seine aufgabe ist sicherzustellen, dass nichts und niemand in die schleuse gelangt, die weiter talwärts das wasserkraftwerk speist. als ich wieder runtergehen wollte, lud er mich freundlich ein. es gab chacha, schafskäse, brot und tomaten. er selber trank nicht, aus gesundheitlichen gründen. wir führten ein gespräch im rahmen unserer möglichkeiten. ich erfuhr, dass er früher viel klettern und jagen war in ebenjenen bergen. und dass er unter normalen umständen in gesellschaft eines kompagnons wär, doch coronabedingt nun allein dienst schieben muss. kurz vor sonnenuntergang bedankte ich mich artig und fuhr beschwingt und beschwipst zurück ins tal.

mittlerweile bin ich bei nutsa und guga und versuche ihnen dabei zu helfen, das wenige zu retten, was sich noch retten lässt von dem, was die (selbsterklärten) trockenbauer im obergeschoss ihres hauses verbrochen haben. die beiden sind aus tbilisi, das ihnen zu stressig war, nach kurdghelauri gezogen. das ist im grunde ein dorf, das im laufe der zeit mit der stadt telavi verschmolz. die beiden sind etwas jünger als ich und wollen den oberen teil des hauses zu einem gästehaus ausbauen. sie haben einen recht großen garten nach den prinzipien der permakultur angelegt und haben freude an ihren ersten versuchen und erkenntnissen, wenn auch der ertrag noch auf sich warten lässt. außerdem beherbergen sie die wahrscheinlich glücklichsten tiere überhaupt. es watscheln enten geschäftig durch den garten und waren kürzlich völlig aus dem häuschen, als guga und sein schwiegervater einen kleinen teich mittels traktorreifen angelegt hatten. die zwei hunde tobi und becky, sind nur am rumtollen oder kauen lustvoll auf dem kopf der kitten rum. nunja, bilbo darf nicht zu den häsinnen, aber was er nicht weiß, macht ihn auch nicht heiß, haha. nur amy ist immer mies gelaunt, aber man hat es sicher auch nicht leicht als allein erziehende katze. nachdem ich aus alten resten eine hundehütte gebaut habe, spachtel ich jetzt trockenbau und schaue ab und an den fliesenlegern auf die finger. aber bald gehts mit reduziertem gepäck nach tuschetien, in die gefilde der heidnischen, wehrhaften tuschen….

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