intermezzo

als mein entschluss feststand nach lesvos zu fahren, blieb noch ein tag um die stadt rhodos zu erkunden. die riesige, sehr gut erhaltene altstadt ist tagsüber leider mit unzähligen verkaufsständen vollgestopft. doch abseits der hauptwege konnte man sehr gut dem vergnügen frönen sich in unzähligen kleinen gassen zu verirren.

am abend ließ ich mich vom verheißungsvoll eleganten äußeren des casinos verleiten, es auch von innen zu erkunden. und wurde enttäuscht. im erdgeschoss saßen die spieler mehr oder weniger gelangweilt vor spielautomaten, die auch in jeder gewöhnlichen spielothek zu finden sind und im ersten stock tummelte sich niemand in schicker abendgaderobe um blackjack- und roulettetische, nur die angestellten warteten brav an den verwaisten tischen. vielleicht soll mir diese begebenheit etwas über erwartungen, werbung oder die langeweile der high-society lehren.

da ich unglücklicherweise auf die womöglich einzige ambitionierte kartenabreißerin griechenlands traf, wurde ich schon auf kos von der fähre geworfen. sie kannte das (inoffizielle) bezahl-bis-zum-ersten-hafen-aber-fahr-soweit-mit-wie-du-magst-ticket nicht. daher kam sie nicht umhin, ihrer intrinsischen motivation zu folgen und mich an besagtem hafen auf dem riesigen kahn ausfindig zu machen. chapeau!

einmal auf kos gelandet, beschloss ich alles abzuradeln, was laut netzrecherche sehenswert sei. so ging es von der empros therme bis zum berge latra (südlich von kefalos), auf einen spaziergang nach zia und in den sandwegen östlich von mastichari blieb ich beinahe stecken. in palio pyli bestaunte ich alte gemäuer und schließlich in kos die platane des hippokrates.

in den paar stunden aufenthalt auf patmos, die ich mir mit einem nächtlichen spaziergang vertrieb, erfasste mich das bedauern, nicht doch den vollen preis gelöhnt zu haben. das pittoreske städtchen skala strahlte mit dem kleinen hafen in dem sich fischerboote zufrieden im mondlicht wiegten, den verwinkelten gassen und den kleinen cafes, die auch zu dieser späten stunde noch gut gefüllt waren, einen bezaubernden charme aus und kündete von einer sehr viel authentischeren insel. doch mein anschlussticket war schon gebucht und darüber hinaus wurde ich auch schon anderenorts erwartet. und so verließ ich patmos, schläfrig hoffend einmal wiederzukehren, richtung mytilini.

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