diagnose: knorpelentzündung (gestrandet im paradies)

nach dem abschied von birgit und agis ging es frischen mutes gen osten, richtung heraklion, wo ich eine fähre nach rhodos erwischen wollte. unglücklicherweise kamen die schmerzen im rechten knie nach nur 10 km zurück und wurden nach kurzer zeit so stark, dass ich nicht mehr weiter fahren konnte. die einsicht eingestehend, dass eine untersuchung unerlässlich sei, behielt ich den kurs bei (da heraklion als größte stadt kretas über eine entsprechende medizinische versorgung verfügt); allerdings fussläufig und abwärts rollend.

in der notaufnahme (es war wieder einer der zahlreichen feiertage) wurde mir lapidar ohne untersuchung die prognose auf eine verletzung des meniskus gestellt, was möglicherweise eine operation, auf jeden fall aber eine monatelange ruhe nach sich ziehen würde.
was folgte, waren zahlreiche besuche des krankenhauses, ein mrt in einer privatklinik und ein wechselbad der gefühle. ich wollte mich einerseits nicht damit abfinden, meine tour nicht fortsetzen zu können und andererseits schmiedete ich schon alternativplaene, wobei mir gleichzeitig bewusst war, dass beides nicht hilfreich sei, solange ich keine diagnose und gewissheit hätte. der letzte der -bei jedem besuch wechselnden- ärzte stellte mir schliesslich die diagnose einer knorpelentzündung durch überlastung, was mit einer zweiwöchentlichen medikation und ruhepause zu kurieren waere. 
von links nach rechts:
schildkröte, rochen,
tintenfisch
zwischenzeitlich hatten meine couchsurfing-anfragen auch früchte getragen, sodass ich nicht nur das geld fürs hostel sparen konnte, sondern auch noch nette gesellschaft hatte, wobei ’nett‘ stark untertrieben ist. 
julieanna hat ihren gutbezahlten job, haus etc. in den staaten aufgegeben, um durch die welt zu reisen und kürzlich auch ihre flüge nach australien und anschlussflüge nach asien gecancelt, da ihr ihre erste destination griechenland und kreta im speziellen so gut gefällt.
andronis, der gutaussehend herr in grün
andronis, der in südafrika aufgewachsen ist, teilt nicht nur mit uns seine einzimmerwohnung, sondern überlaesst sie uns gar ganz, wenn er freunde besuchen fährt. er ist einer der offensten und postitivsten menschen, denen ich je begegnen durfte und seine gute laune ist einfach ansteckend.
und so vergingen die tage äusserst kurzweilig mit besuchen in museen, ausflügen zum aquarium, durch die berge oder zum nahegelegenen kloster arkadi und mit trippen am wahrscheinlich schönsten strand griechenlands. ausserdem lernten wir jede menge interessanter menschen kennen. wie marek, der in einem der vielen besetzten häusern wohnt und ganz ohne geld auskommt oder thomas, der hauptberuflich rikschafahrer in berlin (seinerzeit in den 70ern nach west gezogen) ist, derzeit seine sechste sprache lernt und auch schon einige monate in einer der vielen höhlen hier ohne geld gelebt hat.

 

 

 
tja nun … während ich noch überlegte, ob ich die fähre am 21. nehmen soll oder besser die zwei wochen später, hat sich nahezu die ganze welt verändert. eine weiterreise ist (wohl für lange zeit) nicht möglich und der gedanke daran scheint mir pietätlos. ich bin gestrandet im paradies. meine lage ist fast schon unverschämt gut: die insel ist (derzeit noch) herausragend sicher (fünf bestätigte fälle, soweit ich weiß), die menschen sind sehr achtsam, bis auf lebensmittel-, togo-geschäfte und apotheken hat alles geschlossen und jetzt da die badesaison losgeht, haben wir die insel für uns (ohne nervige touristen;-).
auch wenn mir andronis angeboten hat, dass ich so lang bei ihm bleiben kann, wie ich möchte, so werde ich mich doch auch um eine workaway-stelle kümmern, da mir hier auf dauer doch die decke auf den kopf fällt und mir das draussen-in-der-natur-sein fehlt.

ich verfolge täglich ungläubig die nachrichten und mache mir sorgen um meine liebsten in deutschland. ich weiß nicht so richtig einzuschätzen, wie das leben in deutschland jetzt so ist, für jeden einzelnen, aktuell und in zukunft. ich hoffe, ihr kommt alle gut durch diese krise und wünsch euch viel kraft!

Ein Kommentar zu „diagnose: knorpelentzündung (gestrandet im paradies)

  1. Lieber Max,ich wünsche dir alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag! Ich hoffe, dass es deinem Knie schon wieder besser geht und du deine Zeit, unterwegs in der Welt, genießt! Ich wünsche dir für kommendes Jahr ganz viele tolle weitere Erfahrungen und Erlebnisse! Ich freue mich, dass du einen perfekten Platz gefunden hast, um das Corona-Virus auszusitzen 😉 Ich hoffe, dass du heute, an deinem Geburtstag, trotzdem liebe Menschen um dich hast! Liebe Grüße, Anna (dein cousine) 🙂

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