Von plitvicka jezera nach sarajevo

mit einem deutschen ‚auf wiedersehen‘ verabschiedete mich der bosnische grenzbeamte. auf der anderen seite wurde ich vom geruch verbrennenden mülls, aber auch vom anblick eines minarettes im nächsten dorf begrüßt. ich freute mich auf das erste land, das ich je betreten hatte und die berge, die schon in der ferne glitzerten und den una-nationalpark. meine tour führte nach martin brod, einem hübschen dorf, wo sich ein ganz ähnliches naturereignis abspielt wie in plitvicka, aber glücklicherweise ohne den ganzen touristenrummel. am straßenrand wurde überall honig, schnaps, ayvar, beerensaft- und gelee, sowie obst und gemüse feil geboten. jan hatte mich schon vorgewarnt, doch trotzdem war ich einigermaßen genervt von den wilden straßenhunden, die einen garstig anbellen und sehr glaubwürdig den eindruck vermittelten, dass sie ein unmittelbar in die wade beißen möchten.

von martin brod aus ging es steil 500 hm bergauf und irgendwann bog die strecke rechts auf einen waldweg, auf dem ich nunmehr ganz alleine war. es war einfach nur zauberhaft: ich fuhr durch einen dunklen urwald ohne den ganzen tag auch nur auf eine menschenseele zu treffen. ich versuchte, die gerüche und geräusche in mich aufzunehmen (nur in der ferne war das kettensägengeheul der forstarbeiter stets präsent) und sah u.a. zwei junge bären und eine riesige eule.

hier oben war ich das erste mal froh, dass ich meinen winterschlafsack bereits dabei hatte, da es in der nacht schon empfindlich kalt wurde.

irgendwann führte mich meine route wieder aus dem wald und direkt an einen schönen see vor jayce, der zum verweilen einlud.

nach jayce ging es nochmal in den wald, um auf feldwegen und schotterpisten, die oft nur schieben zufließen, bis auf 1200 m klettern. als ich dort den wald verließ, fand ich mich in einer almähnlichen umgebung wieder. es bimmelten sogar ganz authentisch die kuhglocken. von da ging es rasant wieder bergab richtung travnik. dabei verlor ich eine meiner sandalen und musste einiges der strecke zurück fahren, um sie wieder zu finden. es war nicht das erste mal, dass ich etwas verloren hatte, aber es hat sich bisher immer gelohnt zurück zu fahren.
als ich hinter travnik im strömenden regen nach einem lagerplatz suchte, wurde ich von vier saufkumpanen erst auf ein paar bier eingeladen und dann dazu, in ihrem bungalow zu nächtigen. glücklich über diese fügung nahm ich natürlich dankend an und wurde am nächsten tag auch noch zum frühstück eingeladen.

die letzte strecke nach sarajevo war weniger schön, immer die bundesstraße entlang. als deutscher ist man gewohnt, genervt auf das häufige gehupe zu reagieren ‚was willst du von mir? fahr endlich weiter!‘ es wird noch eine weile dauern bis ich mich daran gewöhnt habe, dass dieses zeichen als motivation bzw als umsichtig gemeintes: ‚vorsicht, dich überholt gleich ein lkw!‘ gegeben wird. es wird sicher noch eine weile dauern bis ich mich daran gewöhnt habe…

goldene dächer, einfach weils swag ist

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