von zagreb nach plitvicka jezera (oder einfach mal geschehen lassen)

ljubljana war mir von einem vorherigen besuch schon bekannt. ich streunerte daher nicht lang in der stadt rum, sondern suchte die mir noch bekannten orte auf und genoss natürlich eines der leckeren slowenischen ipa. später sollte sich herausstellen, dass es doch so viel mehr noch zu entdecken gegeben hätte; ich werde sicher noch einmal wieder kommen… der weg nach zagreb war nicht außergewöhnlich schön und auch die stadt selbst hielt ihre schönen seiten verlegen vor mir verborgen. ich hatte leider keinen warmshower- oder couchsurfing-host, der mir jene hätte zeigen können. ich erging mich daher im müßiggang und klapperte zumindest die touristischen punkte ab.
‚plittwitzer seen!‘ hieß der heiße tipp und must-see auf dem weg weiter. und so ging es von zagreb aus südwestlich. ab karlovac führte der weg über hügelige landstraßen mit immer weniger verkehr und nach slunj ging es auf einsamen schotterpisten durch eine fast schon mediterrane landschaft.

ich wähnte schon das ende des pfades und mich schon verloren, als mich das gps doch wieder auf befestigte straßen führte. verlassene häuser, die vom bosnienkrieg gebrandmarkt waren, säumten den straßenrand und da ich im unterholz keine minen aufstöbern wollte, wurde ich bei einem bauernhof vorstellig zwecks einem plätzchen für mein zelt. die bewohner und bewirtschafter des hofes, ein ehepaar in den siebzigern, waren anfangs etwas verwundert und skeptisch ob meiner anfrage,  wiesen mir dann aber freundlicher weise einen platz zu. später dann wurde ich noch fürstlich bewirtet mit speck, käse und schnaps (selbstverständlich alles aus eigener herstellung). wir verständigten uns mit händen und füßen und es wurde noch ein richtig schöner abend. es beeindruckte mich nachhaltig, mit welcher hingabe sie ihren hof in dem hohen alter noch betrieben und dass sie mir am nächsten morgen noch gemüse und kuchen mitgaben, berührte mich nicht minder.

als ich später am tage an den plitvicka jezera ankam, musste ich mit entsetzen feststellen, dass es eine art naturdisneypark ist und man eintritt entrichten müsse. da ich nun aber einmal da war, löhnte ich den horrenden preis. das naturspektakel der türkisblauen seen, die sich auf immer tiefer liegende terrassen ergossen, war tatsächlich wunderschön, allerdings konnte man es nicht so richtig genießen, da man ständig von den selfiezombiehorden in irgendeine richtung geschoben und dann wieder abrupt gestoppt wurde.

vor dem park traf ich anna-lena und zoei, die auch per rad unterwegs waren. sie hatten sich schon einen schönen platz flussab des parks ausgeschaut und luden mich ein mitzukommen. dorthin unterwegs trafen wir noch jan, der gerade (auch per rad) auf dem weg vom iran zurück nach deutschland war und sich uns kurzerhand mit anschloss. vor ort angekommen sprangen wir erstmal in das verführerisch blaue wasser (was im park verboten war) und kochten anschließend mit dem, was jeder so dabei hatte. bis in die nacht wurden noch reisegeschichten und geschichten von reisenden erzählt. 
diese begegnung war in vielerlei hinsicht bereichernd. da ich in letzter zeit podcast-hörend nur auf meine tour fokussiert war, in gedanken mal in der näheren, mal in der ferneren zukunft und damit beschäftigt, mir zu überlegen, was ich an gewicht reduzieren könnte, um die kommenden steigungen besser zu bewältigen, war es ein guter impuls, der von den mädels ausging, die so offenherzig und so schön unoptimiert unterwegs waren, die dinge weniger zu kontrollieren, sondern einfach geschehen zu lassen, sich auf begegnungen einzulassen und mehr auf die gegenwärtige umgebung zu achten und nach dem schönen, anstatt dem idealen zu suchen und bestärkte mich in der gewissheit, dass sich vieles ergibt ohne es zu forcieren, wenn man nur offen dafür ist. 
und nicht zuletzt waren die tipps von jan sehr wertvoll für mich, der ziemlich genau meine angepeilte strecke fuhr, nur in umgekehrter richtung.

Ein Kommentar zu „von zagreb nach plitvicka jezera (oder einfach mal geschehen lassen)

  1. Danke, Max, schön, von dir zu hören! An den Plitwitzer Seen waren wir schon mal mit dir, als du etwa 8 oder 9 warst. Ist dir das nicht wieder eingefallen? Wir waren auf der Insel Hvar und sind auf dem Rückweg im Landesinneren gefahren. Dort haben wir auch schon die Kriegsschäden gesehen! Fanny war übrigens in der Zeit mit Oma in Island.Schön, dass du so nette Gesellschaft gefunden hast. Die Tipps von den Mädels klingen für mich ziemlich weise! Liebe Grüße! Mutti und Konrad

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