von plainfeld in die julischen alpen (oder immer schön auf die höhenlinien achten)

als ich mich von franz verabschiedete, hieß das nächste ziel soca-tal. verschiedene quellen hatten mir unabhängig voneinander von dem türkisblauen wasser und dem von ihm durchflossenem tal im triglav-nationalpark vorgeschwärmt.
also ging es straight in den süden durch österreich. ich kämpfte mich unmenschlichen steigungen in die pittoreske stadt bad gaststein herauf und mogelte mich, dem rat eines anderen radreisenden folgend, unter den hohen tauern mittels zugshuttle hindurch. ich hatte mir in den kopf gesetzt, das tal auf direktem wege zu erreichen. das bedeutete den aufstieg in die julischen alpen über den wurzener pass. als ich den pass kurz nach villach erreichte, wunderte ich mich über den üblen kupplungsgeruch, dessen ursache mir kurz danach klar wurde: pkw hatten ihre liebe not, den pass sowohl rauf, als auch runter zu kommen; mir war es mit meinem gepäck schlicht unmöglich.

aufgeben wollte ich nicht – also beschloss ich mein gepäck aufzuteilen. so fuhr ich den pass dreimal.
durch die strapazen entmutigt und entkräftet musste ich mir eingestehen, dass aus meinem ursprünglich vorhaben nichts werden würde, weil ich dafür unmittelbar danach den vrsic-pass erklimmen müsste, der ähnlich steil und noch länger ist.
deshalb entschied ich mich über tarvisio nach bovec zu fahren, um zur soca weiter unten an ihrem lauf zu gelangen.
an der grenze italien-slowenien traf ich einen witzigen tüp der mit diesem gefährt von straßburg nach kroatien unterwegs war
ich blieb dort einige tage, erkundete die umgebung, wanderte zur quelle, las viel und badete in dem eiskalten und klaren wasser. die schönheit des gebietes mit den schroffen, kompakten bergen, unten dicht bewaldet, weiter oben kahl und oft umwölkt, lässt sich nicht beschreiben und ließ sich auch nicht in fotos festhalten, mochte noch so oft den versuch unternehmen.

den als ‚juwel sloweniens‘ angepriesenen see bohinjsko wollte ich auch noch sehen. um dort hin zu gelangen, musste ich einen halbkreis auf südlicher seite um den nationalpark fahren. auf diesem weg traf ich an einer sehr schönen badestelle erst ein pärchen und dann eine sechs-köpfige fahrrad-truppe. nachdem wir uns auf englisch angesprochen hatten, mussten wir nicht nur feststellen, dass wir alle deutsche waren, sondern dass alle aus chemnitz stammen oder derzeit in chemnitz leben. jaja, die welt und dorf und chemnitz oder so.
jedenfalls beschlossen wir, ob der schönheit des platzes, dort zu nächtigen, ließen dann jedoch von dieser idee ab, da ein seltsamer vorfall anlass zu befürchtungen gab. ob diese begründet waren, wird wohl nie geklärt werden; aus einem anderen grund war es aber auf jeden fall die richtige entscheidung, denn kurz nach dem wir auf dem zeltplatz eintrafen, begann ein starkes unwetter. da zelt aufbauen als sinnloses unterfangen eingeschätzt wurde, wurde ich freundlicherweise zu bier und blaubeerschnaps eingeladen.
danach war die stimmung zwar gut aber die motivation, die zelte aufzubauen nicht höher und so wurde nach kurze rücksprache mit dem wirt das nachtlager unter dem verschlag der kneipe aufgeschlagen.
der see erfüllte voll und ganz meine erwartungen: glasklares wasser, das bedeutend wärmer als das der soca ist und wieder die berge! nachdem ich ein tag wandern war und ausreichend gebadet hatte, packte mich wieder die reiselust. gen osten sollte es gehen, zunächst nach zagreb über ljubljana…

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