von passau über rosenheim nach salzburg

der kulturschock konnte nicht größer sein: am abend zuvor noch verchwitzt karten gezockt im dunste einer dixiekabine, präsentierte sich mir am nächsten tag das herausgeputzte passau ganz vornehm im sonnenglanze und verleitete leicht zu pizza und ein paar radler.
doch als ich anschließend die weitere planung aufnahm, musste ich verdrossen feststellen, dass mein freund franz zum angepeilten ankuftszeitpunkt gar nicht in salzburg weilen würde. so wurde kurzerhand einfach umdisponiert: da ohnehin geplant war, mit meiner schwester und ihrer familie zur beisetzung unserer oma zu fahren, konnte ich mir eine zugfahrt sparen, indem ich direkt zu ihnen nach rosenheim fuhr.
auf dem sehr schön an der ilz gelegenen zeltplatz widmete ich mich unter anderem der radwartung und kettenpflege, wobei ich überrascht entdecken musste, dass die kette bereits zu lang geworden war. Um den antrieb zu schonen und den wechsel selbigen möglichst weit hinauszögern, beschloss ich, bei der nächsten gelegenheit eine neue kette aufzuziehen. 

abgesehen davon wähnte ich mich auf alle gefahren und eventualitäten vorbereitet – doch weit gefehlt! die lästigen enten, die tagsüber nach essbarem bettelten, entpuppten sich als außerordentlich dreist und skrupellos, denn sie hatten über nacht ein loch in eine meiner vordertaschen gefressen.

mit deutlich trüberem gemüt trat ich eher verbissen als lustvoll in die pedale, immer den inn entlang, obwohl ich flüsseradwege eigentlich vermeiden wollte. der kettenwechsel am nächsten tage führte leider nur dazu, dass die kette in den mittleren gängen sprang, ein weiterer wechsel beseitigte leider nicht das problem, bestätigte aber die vermutung, dass es im antrieb zu suchen sei. 

und während ich noch überlegte, ob ich gegen den radhändler groll hegen sollte, der mir für eine neue kette und gegen einen neuen ritzelblock geraten hatte oder doch eher gegen mich selbst, weil ich das auch hätte ahnen können, brach die schraube, die meinen vordergepäckträger mit der gabel verband. unfähig einer gefühlsregung konsternierte ich und konzentrierte mich darauf, irgendwie mein ziel zu erreichen. 
bei meiner schwester fand ich schnell die fassung und zuversicht wieder. die tasche wurde geflickt, die schrauben und die kassette gewechselt.

 

ich verbrachte ein paar ganz wunderbare tage mit der family, um dann zu vorbenanntem traurigen anlass noch einmal die radlerhose gegen den anzug zu tauschen. 

unverkennbar neffe und onkel
von rosenheim ging es dann gen osten. gemütlich fuhr ich durch die postkartenlandschaft und von rechts grüßten die alpen schon verlockend und geheimnisvoll. 

der zwischenstopp in traunstein bei johannes wurde von einem kaffeeschnack auf ein paar genussvolle tage ausgeweitet. so wie ich in die rasselbande integriert war, wurde gemeinsam der hausberg erklommen und am chiemsee aperol geschlürft.

mit franz gab es dann einige jährchen an gesprächsstoff nachzuholen, so dass schnell klar war, dass ein abend nicht reichen würde. ich ließ mich also auf den neusten stand bringen und die wunderschöne umgebung zeigen, die ihn bewogen hatte, unsere gemeinsame heimat zu verlassen. alsbald packte mich auch das fernweh und ich verließ plainfeld in südlicher richtung.

Salzburg 
mondsee 
Schafberg

2 Kommentare zu „von passau über rosenheim nach salzburg

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