von dresden nach passau

nachdem die wohnung übergeben und die allerletzten habseligkeiten verschenkt, verschickt oder verschusselt waren, konnte es nun endlich losgehen. ich kam nicht umhin ein paar tränen zu verdrücken, als mich riwan, anne, und elisa los schoben.


frischen mutes ging es dann bergan ins schöne und mir noch vertraute erzgebirge. der ort mit dem verheißungsvollen namen ‚waldidyll‘ hielt insofern meine erwartungen, als dass ich einen schönen platz für meine hängematte fand. nachts jedoch versetzten mich die jäger, die kurz zuvor noch so anmutig das horn bliesen, in todesangst, da sie (zumindest in meiner vorstellung) wild um sich schossen.

von der überstandenen todeserfahrung beflügelt, wurden am nächsten tag die letzten höhenmeter erklommen und auf tschechischer seite in rasanter fahrt wieder herunter gerollt. die landschaft auf der anderen seite stellte sich recht flach und öd dar. die unzähligen felder wurden lediglich von ein paar kraftwerken aufgelockert. abends fand ich unterschlupf in einem echten tschechischen indianerlager.

am nächsten tag wurde die durchfahrene landschaft hügliger und schöner. getreide-, mais- und hopfenfelder wechselten sich mit mischwäldern und heuwiesen ab. der weg führte über schotterpisten, durch alleen und beschauliche dörfer, wo sich die menschen liebevoll um ihre gemüsegärten kümmerten.


inzwischen war ich auf dem rad angekommen, auf meiner tour. während die füße kurbelten, ging der kopf spazieren. mein esel trug mich stoisch und ich lernte, auf jede seiner befindlichkeiten zu hören und belohnte ihn ab und zu mit etwas öl und liebkosungen.

lastenesel
die abläufe am morgen und am abend, sowie die wassersuche wurden zur routine. auch die berufskrankheit der radler – der wunde hintern- ließ nicht lange auf sich warten.

Frühstück

am fünften tag gings dann endlich in die berge, in den sumava nationalpark. auch wenn mich rennradler rechts liegen ließen, so beglückte mich die fahrt auf knapp 1200 m ungemein. oben angekommen, wurde das letzte geld natürlich für ein bier ausgegeben.


da mir nach kurzer suche wildes kampieren im nationalpark zu risant erschien, suchte ich erneut nach einem besseren platz, um dann festzustellen, dass es ein paar hundert meter weiter einen öffentlichen kostenlosen zeltplatz gibt. die gäbe es alle zwanzig kilometer in den nationalparks, ließ ich mich dann später von drei netten wanderern aufklären. sie lehrten mich außerdem ein witziges kartenspiel, was übersetzt so viel wie ’sieben‘ bedeutet und teilten mit mir original tschechischen rum, der eigentlich gar kein rum ist.


in der nacht versorgte mich petrus freundlicherweise mit starkem regen, sodass ich die zelt-ohne-innenzelt-kombination auch unter widrigen bedingungen testen konnte.

am nächsten tag ging es die erkämpften meter wieder herunter, raus aus dem nebel und rein in den bayerischen wald. die fahrt nach passau gestaltete sich als abwechslungsreiche berg-und-talfahrt durch malerische almlandschaften. in passau verließ mich dann mein radlerglück, doch dazu später mehr… 

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